Flugangst

sxc_719860_50977225_plane-1Flugangst ist weit verbreitet: Etwa jeder Dritte empfindet das Fliegen als unangenehm oder furchteinflößend. Meist spielen Höhenangst, Platzangst und die Angst, der Maschine und anderen Menschen hilflos ausgeliefert zu sein, zusammen. Die Flugangst ist jedoch kein unabänderliches Schicksal. Es gibt eine ganze Auswahl an Literatur, die hilft, im Selbststudium Strategien zu entwickeln; auch individuelle Therapien und Gruppenseminare werden angeboten. Alkohol oder Medikamente sollten nicht zum Bekämpfen der Angst eingesetzt werden. Alkohol wirkt an Bord stärker, weil die Luft dünner ist und daher relativer Sauerstoffmangel herrscht.

Reaktionen, die der Betroffene an sich selbst nicht kennt, sind möglich und können die Angst vor dem nächsten Flug sogar noch erhöhen. Medikamente zur Beruhigung gehen dem Problem nicht an die Wurzel und können vor allem bei oftmaligem Einsatz schnell zu Gewöhnungseffekten führen. Selbsathilfe oder die Hilfe eines Therapeuten bieten gute Möglichkeiten, die Ängste in den Griff zu bekommen. Die beiden Stützpfeiler jeder Therapie sind die Analyse der eigenen Angst und genaue Informationen über Flugzeug und Flugpersonal, die das Vertrauen stärken sollen.

Die Auseinandersetzung mit der Angst

Angst ist etwas ganz Natürliches, sogar etwas Nützliches. Sie warnt den Menschen vor gefährlichen Situationen und versetzt ihn in erhöhte Wachsamkeit. Schneller Puls, kurzes, flaches Atmen und gespannte Aufmerksamkeit gehören dazu. Treten diese Symptome jedoch in Situationen auf, die objektiv nicht gefährlich sind, schützt die Angst das Leben nicht mehr, sondern engt es ein. Solche Ängste werden schon sehr früh erlernt.

Die Flugangst kann entstehen, wenn bereits die Eltern Angst vorm Fliegen hatten oder der Betroffene eine bedrohliche Szene, etwa das Absacken in ein Luftloch, an Bord einer Maschine erlebt hat. Sie vertieft sich mit jeder Meldung über einen katastrophalen Flugzeugabsturz, der tatsächlich für die Insassen fatal endete. Alles in allem gesehen ist jedoch das Fliegen eine der sichersten Fortbewegungsarten, Unglücksfälle sind sehr unwahrscheinlich.

Wie alles Erlernte, kann auch Angst wieder verlernt werden. Dazu muss sich der Betroffene seiner Angst stellen; sich alle Szenen vor und während eines Fluges in ihrem Ablauf immer wieder vor Augen führen und bei Bildern, die Angst entstehen lassen, verharren, bis die Angst schwächer wird oder schwindet. Dieses Gefühl ist zwar sehr unangenehm, muss aber ausgehalten werden. Der Prozess kann mit einem Therapeuten oder in der Gruppe leichter fallen.

Vorbereitung auf einen Flug

Wichtig bei der Vorbereitung auf einen Flug ist das Sammeln von Informationen über das Flugzeug und das Flugpersonal. Zu wissen, warum die Maschine in der Luft bleibt, welche Sicherheitseinrichtungen es gibt, welche Ausbildung der Pilot mitgemacht haben muss und dass er oft und intensiv auf neue Situationen vorbereitet wird, stärkt das Vertrauen in die Technik und den Menschen.

Durchführung eines Fluges

Nach entsprechender Vorbereitung folgt der Sprung ins kalte Wasser: der Flug selbst. Stress kann die Flugangst erhöhen, genügend Zeit und ein klarer Kopf sind daher besonders wichtig. Alkohol und Kaffee machen zusätzlich nervös, sind also zu vermeiden. Jede Handlung vom Check-In bis zum Anschnallen sollte bewusst durchlebt werden.

Es wird nichts Bedrohliches passieren und das beweist, dass keine dieser Handlungen eine unmittelbare Gefahr darstellt und daher auch keine davon gefürchtet werden muss. Sich während des Fluges in die eigene Gedankenwelt zu flüchten, lenkt zwar ab, behandelt aber nicht das eigentliche Problem, und die Angst ist beim nächsten Flug wieder präsent. Daher sollte man bemüht sein, alle Phasen des Fluges aufmerksam mitzuerleben. Auch hier wird sich schnell zeigen, dass nichts passiert, was eine unmittelbare Gefahr für Leib und Leben bedeuten würde. Selbst nach dem Absacken in ein Luftloch steigt die Maschine immer wieder nach oben.

Ist diese Erfahrung einmal gemacht, so verläuft der nächste Flug bereits entspannter und nach und nach kann sich die Angst vor dem Fliegen völlig geben. Die Hilfe eines Therapeuten sollte der Betroffene in Anspruch nehmen, wenn die Angst extrem unangenehm ist oder die körperlichen Symptome sehr stark sind, wenn oft beruflich oder privat geflogen werden muss oder kein Zutrauen zur Selbsthilfe vorhanden ist. In der Therapie muss der Weg zur Beseitigung der Angst nicht allein gegangen werden, es gibt immer wieder Unterstützung. Die Therapie mit anderen kann durch gemeinsame Erfolge noch stärker motivieren.

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